Interview mit Sabine Nimser

Worauf legen Sie besonderen Wert bei Ihrer Arbeit?

Mir ist es sehr wichtig, individuelle Konzepte zu entwickeln. Jeder Kunde ist anders und sollte seiner Einzigartigkeit auch Ausdruck verleihen. Man muss sich in die Philosophie des Kunden bzw. in dessen Zielgruppe hinein versetzen können. Empathie hat einen hohen Stellenwert bei meinem Job. Denn erst wenn man sich mit dem Objekt identifizieren kann, kann man die Vorteile treffend kommunizieren. Dies trifft vor allem auch beim Texten zu. Wenn man einen guten Text schreiben will, muss man die Thematik durchschauen und nachvollziehen können, eine umfangreiche Recherche ist dabei unabdingbar.

Liegen Ihre Schwerpunkte mehr im Print- oder im Onlinebereich?
Da ich ursprünglich aus der Druckvorstufe komme liegt mein Schwerpunkt hauptsächlich im Printbereich. Mein Bruder ist Informatiker und so lernte ich durch ihn sehr früh auch Internetseiten zu programmieren. Beide Gebiete sind sehr umfangreich, auch hinsichtlich des Marketings. Im Printbereich bin ich Spezialist und erstelle von der Konzeption und Gestaltung bis zur fertigen Druckdatei alles selbst. Für umfangreichere Internetprojekte greife ich schon mal auf meine Nonprint-Spezialisten zurück, die dann z.B. die Programmierarbeit übernehmen.

Das heißt, Sie haben keine festen Angestellten?
Nein, ich habe keine Angestellten. Die XS Werbeagentur ist sozusagen eine One-Woman-Agentur. Aber ich bin auch nicht ganz alleine. Ich habe ein Netzwerk aus befreundeten Grafikern und Programmieren die mir den Rücken stärken. Über ICQ bin ich mit ihnen ständig in Kontakt, wir helfen uns gegenseitig, machen Brainstormings und geben uns ehrliches Feedback zu Entwürfen.

Sie sehen andere aus Ihrer Branche nicht als Konkurrenz?
Nein im Gegenteil. Wir profitieren doch voneinander. Zudem hat jeder seinen eigenen Stil, somit bedienen alle ihre eigene Zielgruppe. Und jeder, der gut ist in dem was er macht, hat genug Aufträge, dass er nicht nach denen der anderen trachten muss.

Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?
Ich würde meinen Stil als bodenständig beschreiben, sehr klar strukturiert und übersichtlich. Ich lege sehr viel Wert auf gute Typografie. Ich finde daran erkennt man, ob jemand sein Handwerk versteht oder ob er ein Quereinsteiger ist.

Was schätzen Ihre Kunden an Ihnen?
Meine Kunden schätzen die reibungslose Zusammenarbeit, mein schnelles Arbeitstempo und mein lösungsorientiertes Denken. Es gibt eigentlich nichts, was nicht geht. Ich habe hauptsächlich Stammkunden, die ich schon seit Jahren betreue und die mich immer wieder weiter empfehlen.

Was würden Sie als Ihre charakterlichen Stärken sehen?
Ich bin sehr zielstrebig. Wenn ich mir etwas vorgenommen habe, gehe ich darin vollkommen auf und möchte es am liebsten ohne Unterbrechung Zuende bringen. Außerdem bin ich sehr gerechtigkeitsliebend, mein Gewissen könnte nicht mehr schlafen, wenn nicht alles seine Ordnung hätte.

Und was ist Ihre Leidenschaft bei dem, was Sie tun?
Ich habe einen leichten Hang zum Perfektionismus. Zumindest habe ich erst dann ein gutes Gefühl, wenn alles perfekt ist. Erst wenn ich mich in ein Layout verliebt habe, stelle ich es dem Kunden vor. Denn dann weiß ich, dass es wirklich gut und durchdacht ist. Aber zufrieden gebe ich mich erst dann, wenn auch meine Kunden glücklich sind. Wenn es mal Änderungswünsche gibt, nehme ich diese nicht persönlich, sondern mach mich wieder mit neuen Ideen ans Werk.

Sie haben ein Buch geschrieben, was hat Sie dazu veranlasst?
Das Buch ABC der Mediengestaltung habe ich 1999 geschrieben. Nach meiner ersten Ausbildung im kaufmännischen Bereich hatte ich 1 1/2 Jahre einen Werbegrafik-Kolleg in Salzburg besucht und dabei viel gelernt. Als ich danach eine Ausbildung zur Mediengestalterin begonnen hatte, war ich enttäuscht von dem mangelhaftem Wissen, das uns in der Berufsschule gelehrt wurde. Bücher die das komplette Feld der Mediengestaltung abdecken, gab es zu der Zeit noch keine. So begann ich selbst, ein solches zu schreiben. Weil ich damit eine Nische besetzte, fand ich zum Glück schnell einen Verlag. Das Buch ist inzwischen zum Standartwerk für Auszubildende Mediengestalter geworden.

Möchten Sie noch weitere Bücher schreiben?
Ich schreibe ständig, hauptsächlich aber Artikel zu bestimmten Sachthemen. Ein großes Ziel von mir ist es, mal einen Bestseller im Genre Psychothriller zu schreiben. Beim literarischen Schreiben wird so viel Magie freigesetzt, sowas kann ganz schön fesseln.

Noch eine letzte Frage, was würden Sie anders machen, wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten?
Das gleiche wie bisher. Das Leben ist da, um Probleme zu lösen und auch mal Fehler zu machen um aus diesen zu lernen. Alles was ich bisher gemacht habe, hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Wenn man etwas nachholen möchte, dann steht es doch jedem frei, es jetzt zu tun.

Danke für das nette Interview!
Gerne. Hat mich gefreut.

Nachtrag 2017: Mein Ziel, einen Bestseller im Genre Psychothriller zu schreiben, habe ich inzwischen erreicht. Mit Der stille Feind (erschienen unter meinem Pseudonym Saskia Calden) schaffte ich es in die Top 5 der BILD Bestsellerliste.